Insolvenz-Zombies – Warum begreift das keiner?

Selbst wenn Corona überwunden wäre, wird die Wirtschaft in vielen Bereichen transformiert sein, oder sich in unaufhaltsamer Transformation befinden. Ehemalige Boom-Branchen, wie z.B. die Kreuzfahrtindustrie, Fernreise- und Massen-Event-Veranstalter und alle mit korrespondierenden Leistungsträger werden massiv schrumpfen bzw. sich verändern müssen. Die Zehntausendmenschen-Party auf einem Schiff ist vorbei, auch wenn das keiner wahrhaben möchte. Es braucht also keine staatlichen Hilfen zum “Weiter-So”.

Die langfristigen Folgen der Bekämpfung der Corona-Krise könnten schwerwiegender sein als die Pandemie selbst. Hier wie dort greifen Regierungen und Zentralbanken in die Märkte ein, erhalten Zombie-Unternehmen am Leben und häufen riesige Schuldenberge an. Das geht nicht!

Zur Pandemiebekämpfung wurde u.a. die Insolvenzantragspflicht außer Kraft gesetzt (mit weiterer Verlängerung in Planung), was dazu führt, dass latent bankrotte Unternehmen als Zombies unter uns weilen, mit billigem bzw. geschenktem Geld ihr Delirium vertuschen und vor allem weiter Geschäftsbeziehungen mit auch gesunden Unternehmen eingehen, die sie am Ende nicht bezahlen können und mit schädigen. Ja, in vielen Branche wurde jüngst investiert, aber das alleine kann kein Grund sein, “tote Pferde” weiterzureiten, nur weil viel Geld in sie investiert wurde.

Viele staatliche Maßnahmen behindern den Strukturwandel, den wir in dieser Situation dringend in vielen Branchen brauchen!

Nach Zahlen der Auskunftei Creditreform sind aktuell bereits ca. 550.000 Unternehmen verdeckt überschuldet – mit massiv steigender Tendenz. Tod auf Raten. Aufgeschoben.

Warum hilft man solchen Unternehmen nicht bei der Transformation, anstelle viel Geld in ein großes schwarzes Todesloch des Status Quo zu kippen, aus dem sie doch nicht mehr auferstehen?

Was hier passiert ist verantwortungslos denen gegenüber, die künftig die Träger der Wirtschaft sein werden.

Hat denn keiner den Mut, den Fakten ins Gesicht zu sehen? Welch törichtem Wähler soll denn hier ein vermeintlich starker Sozialstaat vorgekaukelt werden? Schließlich lebt solcher vom Erfolg seiner Steuerzahler und nicht von deren Insolvenz!