Geschäftsmodell “Yacht-Messe” quo vadis?

Ich setze gerade über meinem Kalender und der Frage welche Bootsmessen 2020 überhaupt stattfinden und ob bzw. welche ich guten Gewissens und vor allem wirtschaftlich sinnvoll besuchen soll. Jeder professionelle Messeteilnehmer muss sich die Frage stellen, was all diese Teilnahmen mit Zeit und Logistikkosten und welcher Return messbar entsteht.

Die relativ kleine Yacht-Industrie hat massenweise Messen, die man weder aus Zeit- noch aus Input-Putput-Gründen besuchen kann: Düsseldorf, Palma, Cannes, Monaco, Genua, Fort Lauderdale, Dubai, Singapur, Palm Beach, Barcelona…

In allen Branchen werden derzeit mit den Erfahrungen der letzten Wochen Geschäftsmodelle überdacht und ich frage mich ernsthaft, ob es – ganz unabhängig von Corona, aber dadurch zum Überdenken gestellt – all diese Messen braucht und was sie, wenn die Beteiligten ehrlich kalkulieren, nach Kosten wirklich an ROI bringen?

Wäre es nicht sinnvoll auch hier einerseits virtuelle Erlebnis-Marktplätze zu schaffen jenseits der heute üblichen unaufregenden und wenig sagenden Präsentationsportale von Yachten? Und andererseits könnte man die vielen Messen an zentralen Orten nach Themen bündeln. Eine Welt-Messe für Custom-Großyachten, eine für die Klasse 24-40 m und eine für Segler und Katamarane ab einer bestimmten Größe. Wenn jemand in eine bestimmte Klasse investrieren möchte, dann reist er auch an einen solchen internationalen Präsentations-Hotspot, um dann aber auf einem Erlebnis-Marktplatz all das relevante Angebot in der gesuchten Kategorie hautnah präsentiert zu bekommen.

Er muss dann auf EINE Messe und nicht auf fünf…