Yacht-Industrie und Digitalisierung

Dass die Pandemie die Digitalisierung beschleunigt hat, ist inzwischen kein Geheimnis mehr.

Die Frage wird aber sein, wie weit sie greifen wird und wie sie die nächsten Jahren die einzelnen Lebensbereiche und Branchen verändern wird.

In erster Linie führen Pandemie und Digitaliserung dazu, dass der Einzelne damit eine höchstmögliche Autonomie wird ausbilden müssen. Das Leben wird quasi mit Abstand mit und durch digitale Medien organisiert, was beim Job beginnt und über den Einkauf, administrative, finanzielle und kulturelle Transaktionen bis hin zur ganz persönlichen Lebensgestaltung führt. Jeder baut derzeit seine individuelle Kommandozentrale seines persönlichen, autonomen Lebens und Lebensnetzwerkes.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sich ihre Angebote und aller Kontakt zu ihnen digital und remote organisieren lassen müssen. Hart ausgedrückt: Wer das nicht bieten kann, wird am Markt nicht mehr mitspielen.

Bezogen auf die Yacht-Industrie sehen wir diese Entwicklung derzeit gerade bei den Problemen der Messe- und Kongressveranstalter. Werden die gewohnten Messen in der bekannten Form zurückkommen? Natürlich höre ich in Diskussionen allerorten wie wichtig eine persönliche Kommunikation und das haptische Gefühl zu einem so emotionalen Produkt wie eine Yacht ist. Doch frage ich allen Ernstes, ob genaue diese traditionelle Sichtweise so in Stein gemeißelt ist, dass sie unveränderlich ist. Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass Veränderungen und Innovationen dort angesetzt haben, wo sie scheinbar unvorstellbar waren. Auch hier haben wir ein vermeintliches Bild und tun uns derzeit schwer über den Tellerrand der traditionellen Branchenorganisation und der Abläufe in den Kunden- und Vermarktungsprozessen hinaus zu denken.

Wir haben in den letzten Monaten viele Projekte rein digital abgewickelt. Statt vieler Reisen vor Ort zu Parteien, Stakeholdern oder z.B. für ein Closing, galt es funktioniernde Kooperationen aufzubauen und gegenseitig zu lernen, zu vertrauen und dieses Vertrauen auch zu rechtfertigen. Nicht “Business for Oneself at it´s Best”, sondern “Trustfull Deal Success for All” war das Motto. Dabei ging es nicht darum, bei den Vereinbarungen nicht das Beste im Sinne der Interessenvertretung herauszuholen. Darum geht es hier nicht, sondern um die Abwicklungsprozesse. Hier konnte man halt nicht überall hin reisen. Man musste z.B. auf das Urteil eines kooperierenden Surveyors vertrauen können…

In jedem Fall bin ich der Überzeugung, dass sich Parallelwelten heraus kristallisieren werden, wo sich die traditionellen großen All-In-Messen zu häufigeren kleinen Spezialpräsentationen verändern und daneben digitale Messeplätze entstehen werden, von der Hausmesse eines speziellen Anbieters bis hin zu themenbezogenen Clustern verschiedener Kooperative.

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