Kroatien wird zum 1. Januar 2023 Mitglied des Schengen-Raums – Auswirkung auf das Yachting

Insbesondere alle Nautiker mit Bezug zu Kroatien werden sich freuen: Grenzkontrollen und damit auch Schlangen bei der Passkontrolle entfallen.

Das Schengener Abkommen garantiert seit 1995 die Reisefreiheit in Europa. Benannt ist es nach dem Ort Schengen in Luxemburg, im Dreiländereck zu Deutschland und Frankreich. Dort brachten die drei Länder sowie Belgien und die Niederlande 1985 den schrittweisen Abbau der Grenzkontrollen auf den Weg. Zehn Jahre später kam das Schengen-Abkommen zur Anwendung.

Bislang gehörten der visumfreien Zone 26 europäische Länder an, darunter 22 EU-Länder und vier Partnerstaaten: die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.

Die Schengen-Erweiterung erfordert einen einstimmigen Beschluss der Mitgliedsländer und ein positives Votum des Europaparlaments. Kroatien hat es gestern geschafft!

Was bedeutet das für Yachten?

  1. Soweit EU versteuerte Yachten im freien Verkehr der EU innerhalb der Küstengewässer unterwegs sind, also z.B. von Split nach Triest, weiter nach Venedig, um den Stiefel herum bis nach Frankreich fahren OHNE die 12 sm zu verlassen, brauchen sie keinerlei Aus- und Einklarierungsformalitäten zwischen den Ländern zu beachten.
  2. Soweit sie aber OFF Shore gehen, also Split-Ancona übers offene Meer, verlassen sie die EU, müssen also weiter aus- und einklarieren. Wer mit dem Boot über den Seeweg außerhalb der 12 sm Zone nach Kroatien einreist, ist weiter verpflichtet sich auf dem kürzestem Weg zum nächstgelegenen Zollhafen (Port of Entry) zu begeben, um im Hafenamt einzuklarieren. Er kommt ja aus Drittgebiet! Das ist aber in allen anderen EU Ländern genau so.
  3. Ab 1.1.2023 wird für Einreisen aus Schengen-Mitgliedsländern keinerlei Ein- bzw. Ausklarierungsprozess mehr erforderlich sein. Man muss dann nur das Permit und die Bestätigung über die entrichtete Kurtaxe dabei haben.

Interessant ist immer zu Kroatien vom “niedrigen Netto-Einkommen” zu lesen. Als jemand, der Kroatien gut kennt und dort seit vielen Jahren aktiv ist, kann ich nur sagen: Das mag statisch eine offizielle Angabe sein, die in der Praxis keineswegs stimmt. Davon könnte keiner überleben, denn das Kostenniveau gerade in den großen Städten und Touristenregionen liegt durchaus auf dem Frankfurts. Die Kroaten verstehen nur sehr gut, was sie “offiziell verdienen” und was “inoffiziell”.

Wichtiger Hinweis: Theorie & Praxis sind oft konträr. Ich höre, dass die Praxis der Umsetzung von Schengen in Kroatien nicht überall klappt, sondern weiter Kontrollen erfolgen.

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