Digitale Monopole und die Zukunft der Yachtbranche

Traditionelle Branchen wie die Yacht-Industrie müssen sich neu erfinden, denn auch sie werden von der Digitalisierung und der Macht der die Digitalisierung anführenden Plattformen erfasst.
Darauf ist sie nicht vorbereitet.

Die Weltwirtschaft wird sich künftig rund um wenige digitale Supermächte konzentrieren.
Diese sind Herrscher über mächtige Datenplattformen und fahren ein Geschäftsmodell jenseits von Produkten und Dienstleistungen: der Herrschaft über Kundenzugänge. Am Ende steht das Ziel: „The winner get´s them all“.
Der dadurch zu generierende Mehrwert ist gigantisch und mit jedem Kunden wächst er exponentiell.
Plattform-Unternehmen haben Zugang zu Milliarden von Menschen und können diese fast in jeder Lebenssituation gezielt erreichen.
Sie können nicht nur gezielt mit Informationen beeinflussen sondern die Nutzung ihrer Zugänge teuer vermieten. Wegelagerung 4.0! Zugang zu Konsumenten Entscheider und Nutzer wird die Währung der Zukunft sein.

Plattformen konkurrieren nicht auf traditionelle Weise.

Es geht nicht um Produkte und Funktionen, sondern es geht um die Macht des Netzwerkes und die Möglichkeit, darüber jeden anderen Nutzen-Kontext zu den Kunden nutzbar zu machen. Plattform-Unternehmen können darüber jederzeit in andere Branchen eindringen und dort die Wettbewerbsstrukturen neu zu ordnen.
Traditionelle Branchen und Vertriebsstrukturen haben ausgedient und verlieren an Bedeutung.

Daher genügt es nicht mehr, wenn traditionell aufgestellte Unternehmen ihre Geschäftsprozesse digitalisieren.

Viele sind ja davon noch weit entfernt. Um wettbewerbsfähig bleiben zu können, müssen sie bereits den nächsten Schritt mit angehen, um in der Zukunft lebensfähig zu sein: Sie müssen neue Kompetenzen und Geschäftsmodelle und vor allem eine neue Wertschöpfungs- und Ertragslogik erschließen.
Und sie müssen mit eigenen Plattformstrategien und –kooperationen sich neue Wege öffnen, Mehrwert mit Partnern teilen und kollektiven Nutzen und wirtschaftliche Knotenpunkte herstellen.

Wirtschaftliche Knotenpunkte entstehen im Wesentlichen auf Basis dreier Grundsätze:

1. Der Verdoppelung der Rechenleistung von Computern alle zwei Jahre;
2. Der Vernetzungsfähigkeit und dem Teilen von Informationen zu Grenzkosten von nahezu null mit extremer Dynamik und
3. Der Tatsache, dass digitale Netzwerke sich mit immer mehr eng vernetzten Knotenpunkten organisieren und die Stakeholder ganzer Branchen miteinander verbinden und in einen neuen Gesamtwertschöpfungsprozess überführen.

In der Automobilindustrie zeigt sich bereits, dass es künftig nicht mehr um die Differenzierung von Markenmodellen und Funktionen geht.

Das Auto wird vielmehr zur Massenware und zum Massenbeförderungsmittel in dessen Mittelpunkt der Zugang zum Konsumenten in einem digitalen und vernetzt-selbstfahrenden Auto steht. Zeit im Auto zu verbringen definiert sich völlig neu und das Potential kann und wird von Plattformunternehmen, die den Zugang zum Kunden genau dort beherrschen neu genutzt werden.

Während in traditionellen Branchen sinkende Skalenerträge die Regel sind, weisen digitale Technologien mit jedem zu gesetzlichen Kunden steigende Skalenerträge auf.

Wachsende Erträge über digitale Produkte verstärken die Vorteile jedes Wettbewerbers mit dem größten Netzwerk an Nutzer oder den meisten Daten in Richtung Umsatzoptimierung.
Wer kein Plattformunternehmen ist, wird sich auf Dauer nur zur Wehr setzen können, wenn er seine eigene Art von Plattform aufstellt und spezifische Nutzenlösungen darüber anbietet.
Nur so kann er gegen die etablierten großen Plattformen bestehen. Auch entscheidend wird sein, dass mehrere Plattformen im Wettbewerb stehen bleiben und der Konsument jederzeit die Möglichkeit hat zwischen diesen zu wechseln. Sobald eine alleine die Macht hat, wird der Wettbewerb ausgeschaltet.

Auch die Yacht-Branche muss nicht nur vielerorts über Geschäfts-Digitalisierung nachdenken, sondern bereits heute anfangen sich in innovativen Netzwerken zu organisieren und zu verschmelzen und Knotenpunkte bilden. Was und wer werden die „Hubs“ der Yachtbranche sein?

Auch wenn man meinen könnten, das gerade im Bereich größerer Yachten noch vieles „Hand-Made“ ist und spezielle Kompetenzen braucht, darf man sich nicht darüber täuschen, dass auch hier letztlich nicht das Produkt, sondern der Zugang zu den ganz speziellen Kunden alleine zählt.
Im Kern ist die Yachtbranche ein Teil der Freizeitindustrie, vor allem in den Massensegmenten.
Sobald auch hier Plattformunternehmen den Lead übernehmen, wird die Superyacht XY auch global über Plattformunternehmen gebaut, gekauft bzw. verchartert.
Denn sie halten die Kunden und deren Bedürfnisse in Echtzeit und erlauben den Lieferanten der Yachtbranche den Zugang zu ihnen. Natürlich gesteuert und gegen Entgelt…

Ich bin auf Ihre Meinung gespannt. Zukunft der Yachtbranche? Digitales Monopol?